Zum Hauptinhalt springen
Sommergemüse zum Lagern auf einem Holzbrett: Paprika, Zucchini, Tomaten, rote Zwiebeln und Basilikum

Sommergemüse lagern: was gehört in den Kühlschrank?

Von Verena Frei · 15. AUGUST 2026 · 13 Min. Lesezeit

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: english

Hallo Ihr Lieben,

es gibt einen Moment im August, den vermutlich alle kennen: Die Kiste vom Markt ist voll, der Kühlschrank ist es auch, und dann steht man davor und überlegt, was jetzt eigentlich wohin soll.

Bei uns ist genau daran jahrelang das meiste Gemüse gestorben. Nicht weil ich es vergessen hätte, sondern weil ich es falsch einsortiert habe. Die Tomaten wurden mehlig und schmeckten nach nichts, die Gurken bekamen glasige Stellen, und die Auberginen hatten nach 3 Tagen braune Flecken, obwohl sie im Kühlschrank lagen. Also gerade deswegen.

Deshalb steht hier einmal alles an einem Ort: welches Sommergemüse in den Kühlschrank gehört, welches dort kaputtgeht, und vor allem warum. Denn wenn du die 3 Gründe kennst, brauchst du keine Liste mehr auswendig zu lernen. Du siehst es dann jedem Gemüse an.

Warum verträgt Sommergemüse so schlecht Kälte?

Weil es aus warmen Gegenden stammt und nie gelernt hat, mit Kälte umzugehen. Tomaten, Auberginen, Paprika, Gurken und Zucchini kommen ursprünglich aus subtropischen und tropischen Regionen. Ein Kühlschrank ist für diese Pflanzen kein neutraler Ort, sondern Stress.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit führt genau diese Sorten als kälteempfindlich auf und hält fest, dass sie aus diesem Grund nicht im Kühlschrank liegen sollten. Auf seiner Liste stehen unter anderem Aubergine, Gurke, Kartoffel, Kürbis, Paprika, Tomate, Zucchini und Zwiebel, also fast der komplette Sommermarkt.

Was dabei passiert, heisst Kälteschaden, und das Tückische daran ist der Zeitverzug: Im Kühlschrank sieht das Gemüse noch tagelang gut aus. Erst wenn es wieder warm wird, zeigen sich glasige Stellen, braune Flecken und eine matschige Textur. Genau deshalb ist der Fehler so schwer zu bemerken. Du siehst ihn nicht, wenn du ihn machst, sondern 3 Tage später, wenn du längst nicht mehr daran denkst.

Wintergemüse ist genau umgekehrt gebaut. Wurzel- und Kohlgemüse hält laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auch ohne Kühlschrank mehrere Wochen, etwa in einem kühlen Keller. Diese Pflanzen sind an Kälte angepasst, Sommergemüse ist es nicht.

Welches Sommergemüse gehört nicht in den Kühlschrank?

Die Verbraucherzentrale nennt eine erstaunlich lange Liste, und sie deckt fast den kompletten Sommermarkt ab: Auberginen, Basilikum, Gurken, Kartoffeln, Knoblauch, Kürbisse, Okraschoten, Paprika, Tomaten und Zucchini. Wenn du dir nur einen Satz aus diesem Beitrag merkst, dann diesen.

GemüseKühlschrank?Der richtige Platz
Tomatenneinkühle Zimmertemperatur
Gurkenneinkühle Zimmertemperatur
Zucchinineinkühle Zimmertemperatur
Auberginenneinkühle Zimmertemperatur
Paprikaneinkühle Zimmertemperatur
Kürbisseneinkühle Zimmertemperatur
Okraschotenneinkühle Zimmertemperatur
Kartoffelnneinkühle Zimmertemperatur
Knoblauchneinkühle Zimmertemperatur
Basilikumneinkühle Zimmertemperatur
Blattsalate und Spinatja3 bis 7 Grad
Kräuter ausser Basilikumja3 bis 7 Grad
Brokkoli, Blumenkohl und Kohlgemüseja3 bis 7 Grad
Erbsen und Kohlrabija3 bis 7 Grad
Radieschen und Möhrenja3 bis 7 Grad
Quelle: Verbraucherzentrale, So lagern Sie Obst und Gemüse optimal: Zuordnung und Temperaturangaben nach der dortigen Lagerübersicht.

Eine Sache in dieser Tabelle scheint sich zu widersprechen, und das ist kein Fehler, sondern eine echte Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Behörden. Bei der Verbraucherzentrale stehen Tomaten, Gurken und Paprika allesamt auf der Liste, für die eine kühle Zimmertemperatur genügt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit dagegen zählt genau diese 3 zu den Gemüsearten, die sich im Kühlschrank mehrere Tage halten.

Beides stimmt, es geht nur um verschiedene Ziele. Im Kühlschrank halten die 3 länger, ausserhalb schmecken sie besser. Wo Behörden unterschiedlich gewichten, sage ich das lieber, als mich für eine Version zu entscheiden und so zu tun, als gäbe es nur eine Wahrheit. Meine eigene Regel: Was diese Woche gegessen wird, bleibt draussen. Was länger liegen bleibt, darf kühlen.

Und eine Sache gilt unabhängig davon: Ganzes Obst und Gemüse ist laut Verbraucherzentrale deutlich besser haltbar als angeschnittenes. Die halbe Gurke, die aufgeschnittene Melone und der Rest vom Kürbis kommen bei uns deshalb immer abgedeckt in den Kühlschrank, egal was für die ganze Frucht gelten würde.

Rote Paprika, rote Zwiebel, Knoblauch und frische Kräuter auf einem Teller, bereit zum Lagern

Was Kälte im Gemüse tatsächlich anrichtet

Kälte zerstört bei diesen Sorten zwei Dinge gleichzeitig: die Zellstruktur und das Aroma. Das erste erklärt die Textur, das zweite den enttäuschten Gesichtsausdruck beim ersten Bissen einer Kühlschranktomate.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wird bei der Tomate deutlich: Zu kalte Temperaturen führen zu Geschmacks- und Aromaverlust und zu Schimmelbildung, weshalb die Tomate auf keinen Fall in den Kühlschrank gelegt werden sollte. Als optimal nennt sie einen schattigen, luftigen Platz bei 12 bis 16 Grad. Ein normaler Haushaltskühlschrank liegt deutlich darunter.

Beim Aroma ist der Verlust besonders ärgerlich, weil er sich nicht rückgängig machen lässt. Eine Tomate, die zu kalt gelagert wurde, gewinnt ihren Geschmack auch dann nicht zurück, wenn sie danach 2 Tage auf der Fensterbank liegt. Deshalb ist die Tomate der Klassiker unter den Lagerfehlern, und deshalb habe ich ihr einen eigenen Beitrag gewidmet: Alle Details dazu stehen unter Tomaten richtig lagern.

Bei der Gurke beschreibt dieselbe Quelle den Mechanismus von der anderen Seite: Im Kühlschrank können Gurken weich und wässrig werden oder sogar gefrieren und matschig werden. Wohler fühlen sie sich im Keller oder in einer dunklen Ecke des Vorratsregals. Woran du das früh erkennst und wie lange sie ungekühlt wirklich halten, habe ich für Gurken im Sommer-Guide aufgeschrieben.

Bei der Textur passiert im Grunde dasselbe wie beim Einfrieren, nur langsamer und schwächer. Die Zellwände bekommen Schaden, Wasser tritt aus, und aus fest wird glasig und dann matschig. Deshalb rät das Bundeszentrum für Ernährung auch ausdrücklich davon ab, Salat, Radieschen, Rettich, rohe Kartoffeln, Zwiebeln, Gurken, Tomaten, Wassermelonen, Weintrauben sowie rohe Äpfel und Birnen einzufrieren: Sie enthalten viel Wasser und werden beim Auftauen matschig. Der Kühlschrank ist die abgemilderte Version desselben Effekts.

Ethylen: warum manches Gemüse seine Nachbarn verdirbt

Manche Sorten stossen ein Reifegas aus, und andere reagieren darauf, indem sie schneller altern. Wer beide nebeneinander legt, verkürzt die Haltbarkeit von beiden. Das ist der zweite Grund, warum Gemüse verdirbt, und der einzige, den man nicht sieht, nicht riecht und nicht schmeckt.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen führt das unter ihren häufigsten Lagerungsfehlern auf und nennt zwei Beispiele, die den Mechanismus sofort begreifbar machen: Tomate neben Gurke, Apfel neben Kiwi. Manche Lebensmittel stossen demnach das Gas Ethylen aus, das den Reifeprozess bestimmter Gemüse- und Obstsorten beschleunigt. Die Tomate ist so ein Fall, und sie sollte deshalb nicht direkt neben der ethylenempfindlichen Gurke liegen. Genauso können Äpfel den Reifeprozess danebenliegender Kiwis befeuern.

Welche Früchte überhaupt Ethylen produzieren, ordnet die Verbraucherzentrale nach nachreifenden und nicht nachreifenden Sorten. Zu den nachreifenden zählen unter anderem Äpfel, Aprikosen, Bananen, Birnen, Feigen, Kiwis, Mangos, Nektarinen, Papayas, Pfirsiche, Pflaumen sowie Wasser- und Honigmelonen. Nicht nachreifend sind dagegen etwa Ananas, Brombeeren, Erdbeeren, Grapefruits, Himbeeren, Kirschen, Mandarinen, Orangen, Trauben und Zitronen. Die Empfehlung dazu ist knapp: nachreifende und nicht nachreifende Früchte getrennt lagern.

Praktisch heisst das für die Küche nur eins: Trenne die Obstschale von der Gemüsekiste. Das ist die ganze Massnahme. Tomaten neben Gurken auf demselben Brett sind ein zuverlässiger Weg, die Gurke zu verlieren.

Und ein zweites Paar, das nichts mit Ethylen zu tun hat, aber genauso oft nebeneinander landet: Das Bundeszentrum für Ernährung hält fest, dass Zwiebeln und Kartoffeln nicht zusammen lagern sollten, weil Zwiebeln Kartoffeln schneller keimen und faulen lassen. Bei uns stehen sie seitdem in 2 getrennten Körben.

Sommerlicher Salat mit Tomaten, Gurkenscheiben, Radieschen und Johannisbeeren auf einem Blech

Der dritte Grund: Wasserverlust

Der unauffälligste der 3 Gründe ist der Wasserhaushalt, und er entscheidet öfter über eine Woche Haltbarkeit als die Temperatur. Die Verbraucherzentrale bringt das Prinzip auf einen Satz: Je mehr Wasser enthalten ist, desto schneller verdirbt Obst und Gemüse oder wird schrumpelig und welk.

Das erklärt, warum ausgerechnet Sommergemüse so heikel ist. Gurken, Tomaten, Zucchini und Salat bestehen fast vollständig aus Wasser, und jedes Gramm, das sie an die Umgebungsluft verlieren, sieht man ihnen sofort an. Bei einer Kartoffel dauert dasselbe Wochen, bei einem Blattsalat 2 Stunden auf der Fensterbank.

Aus demselben Grund ist angeschnittenes Gemüse eine ganz andere Kategorie. Ganzes Obst und Gemüse ist laut Verbraucherzentrale deutlich besser haltbar als angeschnittenes, weil die Schale genau die Verdunstungsbremse ist, die eine Schnittfläche nicht hat. Deshalb landet bei uns jede halbe Gurke abgedeckt im Kühlschrank, während die ganze daneben im Korb liegen darf.

Und es gibt eine Sorte Wasserverlust, an die kaum jemand denkt: Das Gemüse verliert ihn an sein eigenes Grün. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen führt das als eigenen Lagerungsfehler auf. Bundkarotten und Radieschen werden meist mit Grün verkauft, und die Blätter entziehen der Wurzel Flüssigkeit, was sie schneller runzeln lässt. Das Grün gehört deshalb vor dem Lagern ab, und keineswegs in den Abfall: Aus Möhrengrün wird zum Beispiel ein sehr gutes Pesto.

Die praktische Konsequenz aus alldem ist ein Gleichgewicht, kein Extrem. Zu trocken gelagert wird Gemüse welk, zu feucht verpackt fault es. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, Kondenswasser im Kühlschrank regelmässig zu entfernen, denn Obst und Gemüse brauchen zwar Luftfeuchtigkeit, aber kein Wasser auf der Schale. Für alles ausserhalb des Kühlschranks gilt dasselbe in Grün: Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt für Kartoffeln ausdrücklich luftdurchlässige Jutesäcke oder Papiertüten, und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hält für Knoblauch und Zwiebeln fest, dass sie weder in luftdichte Behälter noch in Plastiktüten gehören, weil sie zu feucht gelagert verderben.

Daraus folgt auch die Regel, die im Alltag am häufigsten gebrochen wird: Gewaschen wird erst unmittelbar vor der Zubereitung. Wer den Einkauf vorsorglich abbraust und feucht wegräumt, hat genau die Nässe erzeugt, die er vermeiden wollte.

Wo im Kühlschrank gehört Gemüse hin?

Ins Gemüsefach, und zwar aus einem einfachen Grund: Es ist der mildeste Bereich des Kühlschranks. Für alles, was gekühlt werden soll, aber Kälte nicht besonders gut verträgt, ist das die richtige Adresse.

Das Bundeszentrum für Ernährung beschreibt die Zonen ausgehend von etwa 7 Grad im mittleren Fach. Im Gemüsefach ist es demnach 2 bis 3 Grad wärmer als die durchschnittliche Innentemperatur, in der Tür am wärmsten. Das Gemüsefach ist dabei durch die darüber liegende Glasplatte vom übrigen Innenraum abgetrennt, und genau diese Trennung macht es zur mildesten Zone.

Bleibt die Frage, die sich durch diesen ganzen Beitrag zieht: Was heisst eigentlich "kühle Zimmertemperatur"? Die Verbraucherzentrale beantwortet sie mit einer Übersicht, die jedem Bereich konkrete Sorten zuordnet.

TemperaturObst und Gemüse
1 bis 3 GradAprikosen, Birnen, Heidelbeeren, Himbeeren, Kirschen, Kiwis, Nektarinen, Pfirsiche, Pflaumen, Stachelbeeren, Zwetschgen
3 bis 7 GradÄpfel, Apfelsinen, Artischocken, Avocados, Blattsalate, Blumenkohl, Brokkoli, Clementinen, Erdbeeren, Erbsen, Kohlgemüse, Kohlrabi, Kräuter ausser Basilikum, Lauch, Mandarinen, Möhren, Pilze, Radieschen, Rote Bete, Sellerie, Spargel, Spinat, Zuckermais
7 bis 12 GradAnanas, Grapefruits, Mangos, Melone, Papayas, Zitrone
12 bis 15 GradBananen
kühle ZimmertemperaturAuberginen, Basilikum, Gurken, Kartoffeln, Knoblauch, Kürbisse, Okraschoten, Paprika, Tomaten, Zucchini
Quelle: Verbraucherzentrale, So lagern Sie Obst und Gemüse optimal: optimale Lagertemperaturen für Obst und Gemüse.

Diese Tabelle erklärt auch, warum das Gemüsefach für Sommergemüse selten die Lösung ist: Tomaten, Gurken, Zucchini, Auberginen und Paprika stehen dort in gar keinem Kühlschrankbereich, sondern bei kühler Zimmertemperatur. Für alles, was tatsächlich gekühlt gehört, empfiehlt die Verbraucherzentrale ausserdem ein paar Handgriffe, die im Alltag mehr bringen als jede Temperaturdiskussion.

  • Zuerst das aufbrauchen, was schon länger im Kühlschrank liegt, und nicht immer das frisch Gekaufte.
  • Nur einwandfreie Ware einlagern und Teile entfernen, die nicht mehr in Ordnung sind.
  • Obst und Gemüse getrennt von Eiern und Fleisch lagern.
  • Den Kühlschrank nicht überladen, sonst zirkuliert die Luft nicht mehr richtig.

Diese 4 Punkte klingen nach Nebensache, sind im Alltag aber genau der Unterschied zwischen einem Gemüsefach, in dem alles eine Woche durchhält, und einem, in dem hinten links etwas vor sich hin schimmelt. Bei uns hat vor allem der erste Punkt etwas verändert: Seit der Einkauf nach hinten wandert und der Rest der Vorwoche nach vorn kommt, werfen wir spürbar weniger weg.

Diese vier machen aus einer vollen Gemüsekiste ein Abendessen:

Was tun, wenn es sehr heiss ist?

Bei anhaltender Hitze verschiebt sich die Rechnung, denn 32 Grad in der Küche sind für Sommergemüse ebenfalls kein guter Ort. Dann ist die kurzfristige Kühlung das kleinere Übel gegenüber dem sicheren Verderb.

Die praktische Regel, die sich bei uns bewährt hat: Wenn die Küche über mehrere Tage deutlich über 25 Grad liegt und du das Gemüse ohnehin innerhalb von 2 bis 3 Tagen verbrauchst, darf es ins Gemüsefach. Der Aromaverlust bei einer Tomate ist real, aber eine verdorbene Tomate schmeckt endgültig nach nichts. Das ist meine eigene Abwägung aus vielen heissen Sommern, keine Empfehlung einer Behörde.

Es hilft ausserdem, den kühlsten Ort der Wohnung überhaupt erst einmal zu suchen, statt ihn vorauszusetzen. Bei uns war das jahrelang die Küche, weil dort das Gemüse eben hingehört, und ausgerechnet die Küche ist im Sommer der wärmste Raum im Haus. Der Flur, das Schlafzimmer auf der Nordseite oder das unterste Regal in einer Abstellkammer sind fast immer mehrere Grad kühler als die Arbeitsfläche neben dem Herd. Ein Thermometer für 5 Franken beantwortet diese Frage in einer Nacht, und die Antwort überrascht die meisten.

Was auch bei Hitze nicht in den Kühlschrank gehört: Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch. Sie werden in der feuchten Kühlschrankluft weich und faulen. Für sie ist der dunkelste, luftigste Platz in der Wohnung immer besser als das Gemüsefach.

Und der beste Hitzeschutz ist ohnehin ein anderer: kleiner einkaufen, dafür öfter. Im August braucht niemand einen Wochenvorrat an Zucchini.

Die häufigsten Fehler beim Lagern von Sommergemüse

Fast alle Verluste in unserer Küche gehen auf dieselben 5 Fehler zurück, und keiner davon ist besonders exotisch.

  1. Alles in den Kühlschrank, was Platz findet. Der häufigste Fehler und der teuerste, weil er ausgerechnet die aromatischsten Sorten trifft.
  2. Obst und Gemüse in einer Schale. Ethylen erledigt den Rest, meist innerhalb weniger Tage.
  3. Alles in der Plastiktüte lassen. Darin sammelt sich Kondenswasser, und feuchte Stellen sind der Anfang jeder Fäulnis. Knoblauch und Zwiebeln trifft es zuerst.
  4. Nach dem Einkauf waschen. Feuchtigkeit auf der Schale verkürzt die Haltbarkeit. Waschen gehört unmittelbar vor die Zubereitung.
  5. Zwiebeln und Kartoffeln in denselben Korb. Der Klassiker, und laut Bundeszentrum für Ernährung wirklich ein Problem.

Für die Kartoffeln lohnt sich dabei ein eigener Blick, weil sie am längsten halten und am häufigsten trotzdem kaputtgehen. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt einen kühlen, trockenen und abgedunkelten Vorratsraum, luftdurchlässige Jutesäcke oder Papiertüten statt geschlossener Plastikbeutel, und für die Lagerung grösserer Mengen einen dunklen, kühlen Keller mit 4 bis 6 Grad.

Woran du erkennst, dass es zu spät ist, sagt die Verbraucherzentrale ziemlich klar: Tomaten, Gurken und Paprika mit Schimmel gehören weg, ebenso Kartoffeln mit grösseren grünen Stellen oder mit Trieben über 1 bis 2 Zentimeter.

Und wenn es doch zu viel wird?

Dann wird gekocht, und zwar bevor es kippt, nicht danach. Bei uns ist der Freitag inzwischen der Tag, an dem alles verarbeitet wird, was die Woche überlebt hat.

Die dankbarsten Kandidaten sind Zucchini und Tomaten, weil beide in fast jedem Gericht funktionieren. Wie du eine grosse Zucchini-Schwemme sinnvoll verarbeitest, habe ich im Zucchini-Guide zusammengetragen. Die Aubergine spielt dabei eine Sonderrolle, weil sie beim Braten so viel Öl aufsaugt wie kein anderes Sommergemüse, und wie man das verhindert, steht unter Auberginen richtig zubereiten.

Für Beeren gilt eine eigene Logik, weil sie schneller kippen als alles andere im Korb. Alles dazu findest du unter Beeren lagern und einfrieren.

Und wenn im September der erste grosse Kürbis auf dem Markt liegt, beginnt ohnehin ein ganz anderes Lagerkapitel: Der hält nämlich als Einziger monatelang durch.

Hier auf Bali stellt sich die Frage übrigens komplett anders. Bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit gibt es keinen kühlen Vorratsraum, keinen Keller und keine schattige Speisekammer. Ich kaufe deshalb alle 2 Tage frisch ein, in kleinen Mengen, und lagere fast nichts. Das war am Anfang eine Umstellung, hat aber unseren Gemüseabfall auf fast null gebracht. Der eigentliche Trick am Lagern ist manchmal, weniger zu lagern.

Zucchini, Knoblauch, Basilikum und Hartkäse neben Spaghetti als Zutaten für ein schnelles Sommergericht

Und so retten wir bei uns den Rest der Woche:

Häufige Fragen

Welches Gemüse gehört nicht in den Kühlschrank?

Die Verbraucherzentrale nennt ausdrücklich Auberginen, Basilikum, Gurken, Kartoffeln, Knoblauch, Kürbisse, Okraschoten, Paprika, Tomaten und Zucchini; für sie genügt eine kühle Zimmertemperatur. Sie alle stammen aus warmen Klimazonen und nehmen bei Kälte Schaden. Angeschnitten ist ganzes Gemüse dagegen deutlich schlechter haltbar, weshalb Reste bei uns immer abgedeckt in den Kühlschrank kommen.

Warum sollen Tomaten nicht in den Kühlschrank?

Weil zu kalte Temperaturen laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zu Geschmacks- und Aromaverlust und zu Schimmelbildung führen. Als optimal gelten dort 12 bis 16 Grad an einem schattigen, luftigen Platz. Zusätzlich stösst die Tomate Ethylen aus und lässt empfindliche Nachbarn wie die Gurke schneller verderben.

Welches Gemüse gehört in den Kühlschrank?

Laut Verbraucherzentrale gehören Blattsalate, Spinat, Brokkoli, Blumenkohl, Kohlgemüse, Kohlrabi, Erbsen, Radieschen, Möhren und Kräuter ausser Basilikum in den Bereich von 3 bis 7 Grad. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ergänzt, dass sich die meisten Gemüsearten im Kühlschrank mehrere Tage halten. Der richtige Platz dafür ist das Gemüsefach.

Was ist Ethylen und warum ist es wichtig?

Ethylen ist ein Gas, das manche Lebensmittel ausstossen und das den Reifeprozess bestimmter Gemüse- und Obstsorten beschleunigt. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nennt als Beispiele Tomate neben Gurke und Apfel neben Kiwi. Die einfachste Massnahme ist, Obstschale und Gemüsekorb zu trennen und nachreifende von nicht nachreifenden Früchten fernzuhalten.

Warum soll man Zwiebeln und Kartoffeln getrennt lagern?

Weil Zwiebeln laut Bundeszentrum für Ernährung dafür sorgen, dass Kartoffeln schneller keimen und faulen. Beide gehören ohnehin nicht in den Kühlschrank, sondern an einen dunklen, trockenen und luftigen Platz. Für Kartoffeln empfiehlt das Bundeszentrum luftdurchlässige Jutesäcke oder Papiertüten statt geschlossener Plastikbeutel.

Darf Sommergemüse bei grosser Hitze doch in den Kühlschrank?

Kurzfristig ja, wenn die Küche über Tage deutlich zu warm ist und du das Gemüse innerhalb von 2 bis 3 Tagen verbrauchst. Der Aromaverlust ist dann das kleinere Übel gegenüber dem sicheren Verderb. Das ist allerdings meine eigene Abwägung und keine Empfehlung einer Behörde. Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch bleiben auch bei Hitze draussen, weil sie in der feuchten Kühlschrankluft weich werden.

Ihr Lieben, wenn ihr euch aus diesem langen Beitrag eine einzige Sache mitnehmt, dann diese: Alles, was im Sommer bei uns draussen wächst, will auch drinnen nicht in die Kälte. Und wenn es angeschnitten ist, gilt genau das Gegenteil. Mit diesen 2 Sätzen kommt ihr durch den ganzen August.

Verratet mir gern in den Kommentaren: Welches Gemüse geht bei euch am häufigsten kaputt, bevor ihr es verkocht habt?

Eure Verena

Quellen

  1. 1.Verbraucherzentrale · So lagern Sie Obst und Gemüse optimal · 2026
  2. 2.Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen · Zehn Lagerungsfehler bei Obst und Gemüse · 2026
  3. 3.Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) · Lebensmittel richtig lagern · 2026
  4. 4.Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) · Lagerung, in einfacher Sprache · 2026
  5. 5.Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) · Lebensmittel richtig lagern · 2026
  6. 6.Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) · Die richtige Lagerung von Lebensmitteln · 2026
PIN IT

Pinterest

Sommergemüse zum Lagern auf einem Holzbrett: Paprika, Zucchini, Tomaten, rote Zwiebeln und Basilikum
Auf Pinterest merken

Schreib einen Kommentar

Wird nie veröffentlicht.


Noch keine Kommentare

Teile als Erste deine Gedanken.

FOLGE UNS

@frei_style auf Instagram

Folge uns für tägliche Inspiration aus unserer Küche.

Instagram-Inhalt durch Cookie-Einstellungen blockiert.

© Verena FreiBildrechteBild lizenzieren