Hallo Ihr Lieben, wenn Ende Juli plötzlich drei Zucchetti auf der Küchentheke liegen, die niemand bestellt hat, dann hat die Zucchetti-Schwemme wieder zugeschlagen. Meine liebste Antwort darauf sind diese knusprigen Zucchetti-Pommes mit Wasabi-Mayo aus dem Ofen: längliche Stäbchen in grober Panko-Parmesan-Panade, goldbraun gebacken, dazu eine Wasabi-Mayonnaise, die den ganzen Teller wachrüttelt. Bei uns stehen sie mitten auf dem Tisch und werden mit den Fingern gegessen, bis die Schale leer ist.

Die Wasabi-Mayonnaise ist hier kein Beiwerk, sondern der eigentliche Grund für das Rezept. Mayonnaise, ein Löffel Sauerrahm, Limettensaft und ein halber bis ganzer Teelöffel Wasabi-Paste, mehr braucht es nicht. Die Schärfe kommt erst nach ein paar Sekunden, steigt kurz in die Nase und ist genauso schnell wieder weg, und danach greift die Hand automatisch zur nächsten Pomme. Fangt mit einem halben Teelöffel an und schmeckt nochmals ab, denn Wasabi entwickelt sich in der Schüssel noch ein paar Minuten nach.
Für die Panade nehme ich grobes Panko statt feinem Paniermehl. Panko bleibt beim Backen luftig und splittert richtig, während feines Mehl auf dem Gemüse nur eine dünne Schicht bildet. Dazu kommen geriebener Parmesan, Knoblauchpulver und Oregano, und die Eier würze ich vorher mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver, damit die Stäbchen schon von innen Geschmack mitbringen.

Der Ofen läuft bei 220 Grad und das Blech ist mit Backpapier ausgelegt. Wichtig ist nur, dass die Stäbchen mit etwas Abstand nebeneinander liegen und sich nicht stapeln, sonst dämpfen sie sich gegenseitig weich. Nach der Hälfte der Backzeit wende ich sie einmal, dann werden sie rundum goldbraun. Wer mag, bestreicht oder besprüht sie vorher noch dünn mit Öl – das ist der Unterschied zwischen knusprig und blass.

Ein letzter Kniff aus vielen Versuchen: Zucchetti bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser. Wenn ich Zeit habe, salze ich die geschnittenen Stäbchen leicht, lasse sie 20 Minuten im Sieb stehen und tupfe sie danach gründlich mit Küchenpapier trocken. Das Ergebnis ist spürbar knuspriger. Und wenn es schnell gehen muss, reicht auch nur das gute Trockentupfen.


Ich hoffe, ihr rettet eure nächste Zucchetti-Schwemme damit genauso gern wie wir. Wenn ihr auf den Geschmack von knusprigem Gemüse gekommen seid, probiert unbedingt meine Kohlrabi-Parmesan-Pommes und die Kohlrabi-Sesam-Schnitzel, die beide aus genau derselben Ecke meiner Küche stammen. Und wer einen zweiten kräftigen Dip auf den Apéro-Tisch stellen möchte, rührt dazu meinen Edamame-Hummus – damit ist der Sommerabend komplett.






