Hallo Ihr Lieben,
an langsamen Sonntagen wird bei uns nicht diskutiert, was es zum Frühstück gibt, sondern nur, wer die Pfanne übernimmt. Diese herzhaften Crêpes mit Gemüse und Spiegelei sind unser Sonntagsritual geworden, weil sie alles vereinen, worauf sich hier alle einigen können: etwas Dünnes und Goldbraunes, viel buntes Gemüse, geschmolzenen Käse und ein Ei mit einem Dotter, der beim ersten Anschneiden über den ganzen Teller läuft, danach braucht es mittags nur noch einen sommerlichen Linsensalat mit Feta, dessen grüne Linsen nebenbei 20 bis 25 Minuten köcheln. Für die Füllung kommen Pilze, Paprika, Tomaten und Zucchini in die Pfanne, und wer sich bei den Pilzen wie ich jahrelang gefragt hat, ob man Pilze waschen darf oder nicht, bekommt vom Bundeszentrum für Ernährung eine klare Antwort, die ich lange nicht kannte.

Der wichtigste Unterschied zu süssen Crêpes steckt schon im Teig. Ich vermenge getrocknetes Basilikum, Paprikapulver, Salz und Pfeffer direkt mit dem Mehl, und während der Teig 10 Minuten ruht, ziehen die Gewürze ein. Das schmeckt man später in jeder einzelnen Ecke, und genau das kann man nicht nachträglich draufstreuen. Wer die gleiche Idee ganz ohne Ei und Milch möchte, findet in meinem veganen Crêpes-Grundrezept ohne Ei die passende Basis zum Weiterwürzen.
Die 2 Teelöffel Zucker im Teig irritieren immer wieder, aber sie sind Absicht. Süss schmeckt davon nichts, sie sorgen nur dafür, dass die Crêpes in der Pfanne wirklich goldbraun werden statt blass zu bleiben. Und ja, der allererste Crêpe misslingt bei mir auch nach all den Jahren zuverlässig. Er ist das Opfer für die Pfanne, danach läuft es. Die Zucchini aus der Füllung lässt sich noch ganz anders verarbeiten, wie meine Zucchini-Rezepte von herzhaft bis süss zeigen.

Für die Füllung schneide ich Pilze, Paprika, Tomaten und eine kleine Zucchini in möglichst gleichmässige Würfel, damit alles zur selben Zeit weich wird; in meinen vegetarischen Zucchetti-Involtini aus dem Ofen wird sie dagegen zur Hülle für eine Spinat-Feta-Füllung, hier ist sie nur eine von vier Zutaten in der Pfanne. Frisches Basilikum und Oregano kommen erst ganz zum Schluss dazu, sonst verlieren sie ihr Aroma in der heissen Pfanne. Wenn ihr auf den Geschmack von würzigen Teigen gekommen seid, probiert unbedingt meine Buchweizenpfannkuchen mit Spinat, die in dieselbe Richtung gehen, nur nussiger.

Die Spiegeleier mache ich immer zuletzt, in derselben Pfanne und mit einem Stück Butter, damit der Dotter garantiert noch läuft, wenn die Teller auf dem Tisch stehen; in meinen Spaghetti alla Nerano von der Halbinsel Sorrent ist das Fett in der Pfanne Olivenöl, zu den Crêpes gehört bei uns aber Butter. Dazu ein paar Avocado-Scheiben und eine grosse Prise Pfeffer, fertig. Wenn ihr euer Wochenende gern mit Ei und Tomaten beginnt, mögt ihr sicher auch meine Linsen-Shakshuka mit pochierten Eiern, die genau dieselbe langsame Sonntagsstimmung hat.


Ich hoffe, diese Crêpes verlängern euer Wochenende um genau die halbe Stunde, die man am Sonntagmorgen braucht. Und für die Werktage, an denen es dieselbe Idee in schnell sein muss, liegt bei uns immer mein proteinreicher und glutenfreier Hüttenkäse-Wrap bereit.






